Dienstag, 9. Dezember 2014

Bethlehem Walk 2014


 Am 6. Dezember hatten wir ein ganz besonders schönes Erlebnis! 

Dieser Tag wird hier nicht als Nikolaustag begangen, sondern es wird der weiten, beschwerlichen Wanderung und Herbergssuche von Maria und Joseph gedacht!

 

 

Eine der Kirchengemeinden hier auf Anna Maria Island stellte diese Wanderung ganz anschaulich dar! Das war ein großes Erlebnis für die Kinder und auch die Erwachsenen.

 

 

 

 

 

 

 

Es herrschte große Aufregung, als die Tiere eintrafen!

Aus dem Anhänger sprangen zwei Alpakas (als Kamelersatz?), ein Schaf, eine große und ein paar kleine Ziegen und ein Esel - eben alles, was so hinein gehört in einen Stall.

 

  Und außerdem waren ja auch noch heiße Schokolade und Cookies angekündigt!!!

  Im Gemeinderaum hingen Kostüme,mit denen auch wir uns hätten verkleiden können!  Aber dazu waren wir zu schüchtern!!!!!

Die Gemeinde versammelte sich  vor ihrer Kirche, sang gemeinsam ein Weihnachtslied, und der Pastor begrüßte alle herzlich. Dann setzte sich der Zug in Bewegung.

Wir  begleiteten Maria und Joseph von Herberge zu Herberge, hatten aber nicht viel Hoffnung, dass sie ein Zimmer bekommen würden! Mit Esel und so?! Gar nicht so einfach!!

Und tatsächlich! Immer wieder wurden sie ziemlich barsch  abgewiesen. Alle Zimmer waren wegen der Volkszählung ja schon vermietet. 

 

Endlich aber erbarmte sich eine Wirtin und bot den beiden den Stall an, da wäre dann ja auch der Esel gut untergebracht! 

Während wir so mit Maria und Joseph durch die dunklen Straßen zogen, wurden Weihnachtlieder gesungen, der Vollmond sah sich alles sehr interessiert an.


 

  Ein netter Weiser aus dem Morgenland


  

 

 

 

 

Aber als wir zurück kamen zur Kirche und ein fröhliches   

Silent Night, Holy Night 

erklungen war - da war dann auch das Baby da!!!! (In diesem Fall war es Sophie - ein Mädchen!!! Toll, oder?)

 

 

Einige kleine Mädchen und Jungen, verkleidet als Engel,  begleiteten  und beschützten Maria und Joseph während ihrer mühevollen Wanderung!                        

 

 

 

Sie sahen so wunderschön aus!

 

 

 

 

 

 

 

Sieht sie nicht aus wie eine Madonna? Dabei hatte sie sich nur ein Badehandtuch um den Kopf gelegt!!

 






 







 

Der Regenbogen-Cookie ist doch toll, oder?

 
Als Maria und Joseph und der kleine Jesus  gut versorgt waren, gab es endlich auch für die tapferen Engel und  für alle anderen die versprochenen Cookies und den heißen Kakao! Jeder konnte sich am Buffet selbst bedienen!

Wir durften uns dazu setzen, und es begann sogleich ein sehr nettes, herzliches Gespräch!

 Es wurde berichtet von italienischen Vorfahren, deutschen Vorfahren und Reisen nach Europa und der Verwunderung, dass dort fast alle Menschen Englisch sprechen können.

Samstag, 6. Dezember 2014

 Matlacha -

ein kleiner Ort auf einer kleinen Insel auf dem Weg nach Pine - Island. 
Pine - Island ist die größte Insel vor der Küste im Westen Floridas! Sie liegt nördlich vor Fort Meyers und ist irgendwie die ungeliebte Stiefschwester der schönen, von allen bewunderten anderen Inseln. Sie hat keine weißen Strände zu bieten, liegt "etwas weiter zurück" in Richtung Festland und  wird deshalb vorwiegend landwirtschaftlich genutzt! Es werden Kiefern und Palmen, Ananas, Mangos und Erdbeeren gezüchtet und angebaut. Es gibt große Betriebe, die Saft herstellen oder  Früchte verarbeiten und sie in Dosen und Kartons verpacken.


Deshalb ist auch nicht Pine Island unser Ziel, sondern eben Matlacha, dieser klitzekleine Ort, auf dem Weg zur Insel! 

 Hier lebten früher nur einige  Fischer und Bootsbauer!  Eine Brücke zum Festland wurde in den 1930er Jahren gebaut.

1962 diente die kleine Insel vor dem großen Pine Island  als Kulisse für den Elvis  - Film: "Ein Sommer in Florida" .


 So wurde  dieser Ort weithin bekannt, und  dann haben sich in den 1960/70er Jahren einige kreative, junge Leute hier nieder gelassen, ihre netten, kleinen Häuschen gebaut, sie mit wunderschönen Farben verziert und versucht, friedlich und ohne großen Luxus zu leben! Ich kann mir vorstellen, dass der fast immer blaue Himmel, die Sonne und die Wärme sicher viel zu diesem tollen Lebensgefühl beigetragen haben! Ihren Lebensunterhalt verdienten die jungen Leute in der Landwirtschaft oder auch mit dem beginnenden Tourismus.









Hier kann man doch einfach nur gute Laune haben, oder?




Er wollte Harry absolut nichts verkaufen!























Hier gibt es Eis und einige Leckereien.



 Elenas Puppenstube!




Das Motel von Matlacha! 
Hätten wir nicht schon ein Bettchen gehabt für die kommende Nacht, hier wären wir gern geblieben!


Ja, hier scheinen die Uhren langsamer zu laufen! Hier gilt die INSELZEIT .... und die ist seeeeehr gemächlich!

Montag, 1. Dezember 2014

Naples - Museum of Art


Nun hat auch uns 

 für ein paar Tage kühleres und regnerisches Wetter erwischt!! Der Wetterbericht sagt uns zwei Tage kalten Wind und Regen voraus! 
Nachts soll es ungefähr 8 Grad und tagsüber so um 14 Grad werden.

Auf der Wetterkarte im Fernsehen können wir erkennen, dass die kalte Luft aus dem Norden der USA nun auch nach Florida hinunter strömt!! Und das kann ganz schön unangenehm sein!!!
Wir hoffen nur, dass der kalte Wind keinen wirklichen, keinen richtigen Schnee mitbringt! Wir bevorzugen mittlerweile den, der aus den Straßenlaternen kommt! 

Wir kramen unsere warmen Sachen aus dem Koffer und ziehen einfach einiges übereinander! Zwiebellook - falls am Nachmittag doch noch die Sonne durch die Wolken kommt. Dann ist es nämlich schnell wieder sehr warm!
Ganz ungewohnt fühlt es sich an, mal wieder eine lange Hose, Socken und feste Schuhe zu tragen!

Was machen wir an so einem unfreundlichen Tag? Unser guter alter BAEDEKER  muss mal wieder herhalten, und er  legt uns das Kunstmuseum von Naples ans Herz! Es sei bekannt für sehr gute und interessante Ausstellungen!
Also - rein ins Auto und auf zum



Wieder einmal werden wir überaus nett und freundlich an der Kasse beim Kauf der Eintrittskarten begrüßt und bekommen gleich eine Einführung in die derzeitige Ausstellung. 
Sie heißt EXPLORING AMERICA und zeigt Gemälde aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zusammengetragen aus ganz Amerika und zum Teil aus Europa! Die Künstler (aus Amerika, Deutschland, Holland) hatten damals u.a. an Expeditionen durch die unentdeckten Weiten Amerikas teilgenommen, waren als wissenschaftliche Mitarbeiter angestellt und hatten die Aufgabe, das Erlebte und Gesehene in Bildern festzuhalten und zu dokumentieren. 

Andere waren auf eigene Faust unterwegs und lebten lange bei den Indianern. Der deutsche Maler Karl Bodmer z.B. wollte nach seiner Teilnahme  an einer Expedition durch die Prärien nie wieder zurück in seine Heimat! Er wollte mit und bei den Indianern leben!
Allerdings musste er seine Verträge erfüllen. Die von den Indianern eingetauschten Gegenstände und Werkzeuge  und seine Bilder mussten nach Deutschland gebracht werden, dort waren schon Ausstellungen geplant! Doch er erkrankte dann in der Heimat und hat es nie mehr geschafft, nach Amerika zurück zu kehren.

Eine ganze Weile geht James, ein  netter älterer Mitarbeiter des Museums, mit uns durch die Ausstellungsräume und bleibt besonders lange vor diesen Bildern stehen und erkärt einiges dazu!

 
(Als er endlich wieder zurück an seine Kasse muss, gelingt es Harry, heimlich einige Fotos zu machen! Aber es ist so still in diesen Räumen, dass sogar das Auslösen der Kamera laut erscheint!
Aber wir sind ja ein gutes Team! Ich huste laut, Harry drückt auf den Auslöser!)









Dieses Bild entstand 1823 und zeigt einen Blackfeet-Indianer.



Dieses entzückende Bild hat Georg Catlin 1842 gemalt.



Ein Trapper bei der Büffeljagd, 1824



Mit diesem Bild hat Karl Bodmer festgehalten, wie es auf einem Treffen der Siox aussah! Sie verhandelten ihre Strategie in Kampf gegen die Weißen, die sie aus ihren Lebensgebieten verdrängten.







Durch diese zum Teil akribisch gemalten Bilder, konnte auch   Hollywood detailgetreu das Leben der Indianer darstellen!


Dieses Bild fand Harry ganz besonders faszinierend!

Karl Bodmer, 1823




Das Museum hat noch etwas ganz Besonderes zu bieten!
Die Decke in einem der Flure ist gestaltet mit Glaskunst von Dale Chihuly.
Seiner Kunst ist ein großes Museum in Seattle gewidmet. Aber Naples hat ein kleines Stück davon erwerben können! Wunderbare Farben! Fast ist es wie in einem Aquarium,  über dir die bunten Tiere und Pflanzen des Meeres!!!





Als wir das Museum wieder verlassen, sind wir gar nicht mehr traurig über das schlechte Wetter!!

Der Besuch der Ausstellungen war wirklich toll, und nun gibt´s zur Belohnung auch noch einen Kaffee!!!!!

Mittwoch, 26. November 2014




  

Mit einem großen Lichterfest beginnt in Naples die Weihnachtszeit!

Für ihn ist es mit der Ruhe erst einmal wieder vorbei!


Viele Besucher drängen sich in der 
3rd Street in Naples und wollen den Start in die Weihnachtszeit miterleben!







 

 

Und tatsächlich fängt es  

pünktlich um 19.30 Uhr an zu schneien!!!! (...aus den Düsen an den Laternen!!!)


Die Band der High School von Naples spielt alle Weihnachtslieder - zum Teil herrlich verjazzt!

Die Ballettschule zeigt Ausschnitte aus ihrem Programm!

 

 

 

 

 

 

  Bis hoch in die Äste sind die Bäume mit Lichtern geschmückt

Auch Maria und Josef sind unterwegs!!! Sie brauchen dringend eine Unterkunft! Aber weit und breit ist wieder mal kein Stall in Sicht!

 

 


































Alle zusammen haben wir rückwärts von 10 bis 1 gezählt!  

Dann hat der Bürgermeister seine Pflicht getan. Er hat den Schalter umgelegt: 
Der große Weihnachtsbaum leuchtet in voller Pracht!
                                                    
 Es kann Weihnachten werden!

Wir wünschen Euch allen eine schöne, friedliche Weihnachtszeit!


 Ute&Harry




Sonntag, 23. November 2014

 Ein paar Kilometer weiter südlich...

Um an den Strand zu kommen, müssen wir von der Straße aus durch ein langes Stück kühlen, feuchten Mangrovenwald stapfen. Das ist irgendwie ziemlich unangenehm, denn erstens stapfen wir allein durch den Mangrovenwald, und zweitens ist der Mangrovenwald dunkel und ein bisschen unheimlich. Drittens raschelt es mal hier und mal da und viertens ist diese Gegend hier ganz schön weit abgelegen...

Aber tapfer gehen wir voran, denn - unser Baedeker verspricht uns ein besonders schönes Naturschauspiel, und das wollen wir natürlich auf keinen Fall verpassen! 

Immer deutlicher hören wir das Toben und  Brausen des Meeres.

Und dann sind wir endlich da:  Ein gewaltiger Anblick, ein lautes Spektakel! 

Es zischt und faucht und donnert. Wasser zwängt sich durch die vielen kleinen und großen Öffnungen im Felsen - Es steigt in die Höhe, verteilt sich in unzählige Tropfen, verharrt für den Bruchteil einer Sekunde in der Luft, fällt dann in sich zusammen, verschwindet in den Spalten und Löchern.

Dann ist es still! 

Aber die nächste Welle rollt schon heran. Wieder drängt  das Wasser mit aller Kraft durch die großen und kleinen Löcher im Gestein.

Bis zu 15 m hoch können diese Fontänen werden. 

 

Wir sind schwer beeindruckt und geben unserem Baedeker Recht!! 

 

Diese "blowing rocks" sollte man auf keinen Fall versäumen!

 

Als uns auf dem Rückweg dann andere Touristen zögerlich entgegen kommen,  weisen wir ihnen den Weg mit einer großen Geste, einem beruhigendem Lächeln und  dem Versprechen, gleich etwas Großartiges zu erleben!

 




Samstag, 22. November 2014


An der Treasure Coast nördlich von Miami

Aus dem Meer geborgener Goldschmuck

Wir schreiben das Jahr 1715.

Elf spanische Schiffe verlassen den sicheren Hafen von Havanna. Sie segeln im Konvoi, um sich gegenseitig Schutz vor Piraten zu geben. Sie sind unterwegs im Auftrag der spanischen Krone und voll beladen mit  Gold und Silber, aber auch Tierhäuten und Gewürzen aus Mexiko.
Der spanische Königshof braucht dringend neue finanzielle Mittel. Die Kriege, die Kriegsschiffe und auch die Handelsflotte verschlingen Unsummen, aber man muss konkurrenzfähig gegenüber den Engländern, den Franzosen und den Holländern bleiben!
Auch sie beanspruchen mit aller Macht den lukrativen Handel und das  Gold und Silber aus Südamerika.

Um eine möglichst sichere Route zu nehmen, segeln die elf  Schiffe an der Küste Floridas entlang, wollen dann rüber zu den Bahamas. Aber wider Erwarten zieht ausgerechnet hier an der Küste ein Unwetter auf, das  zu einem der schlimmsten Hurrikans jener Jahre wird.

Der Sturm schleudert die Schiffe  auf ein Riff, das nahe der  Küstenlinie liegt.  Die Segel werden zerfetzt, die Masten brechen. Als erstes sinkt die Urca de Lima, das Führungsschiff! Dann  zerschellen und sinken auch die anderen und von den zweitausend Menschen, die sich auf den Schiffen befinden, kann sich etwa nur die Hälfte an Land retten. Die Schatzkisten voller Silbermünzen und Schmuck, die Gold- und Silberbarren versinken im Meer.

In seinem Versteck in der Nähe von St. Augustin erfährt der grausame Pirat Captain Flint von dem Unglück, und er ist  der erste, der nach den versunkenen Schätzen sucht. Er zwingt die Überlebenden, ihm die Stellen zu verraten, an denen die Schiffe gesunken sind. Aber es gelingt ihm und seinen Kumpanen nicht, in der bewegten See die versunkenen Schätze zu finden.

Im Laufe der Zeit geraten dann aber diese Ereignisse vor Floridas Küste in Vergessenheit. Die Weltgeschichte geht weiter! Andere große Katastrophen halten die Menschheit in Atem!

Man schätzt heute, dass wohl insgesamt um die tausend beladene Schiffe  die Strecke zurück nach Europa nicht geschafft haben und durch Stürme und Piraterie versunken oder verschollen sind. 





Ca. 250 Jahre später!

Immer wieder finden Strandläufer vor der kleinen Küstenstadt Fort Pierce nördlich von Miami am Strand alte Münzen! Natürlich haben sie Patina angesetzt, aber wenn man sie poliert, kann man Jahreszahlen erkennen: 1714 steht da, oder auch 1715.
Das spricht sich natürlich herum, und einige mutige junge Leute beginnen, die versunkenen Schätze zu suchen und zu bergen.
Mel Fisher, einer von ihnen, hat nicht einmal die nötigen Mittel für eine richtige Tauchausrüstung! Er schneidet kurzerhand ein "Fenster" in sein Surfboard, setzt eine Glasscheibe ein und kann nun den Meeresgrund absuchen. So wie viele andere wird auch er vom Schatzsucherfieber  gepackt.

Er reist nach Spanien, recherchiert in alten Aufzeichnungen  und  findet heraus, dass die Schiffe ungefähr nur 140 m vor der Küste sanken. Nach und nach gesellen sich andere Schatzsucher zu ihm und mit einem Bankkreditüber $ 12 000 ,-  finanzieren sie eine gute Ausrüstung, um zu den Wracks runter tauchen und schwere Fundstücke bergen zu können. Ihr Eifer wird belohnt. Im Laufe der Jahre bergen sie Gold, Silber, Edelsteine und Schmuck im Wert von mehreren Millionen Dollar! In Florida  es so geregelt, dass der Staat jeweils ein Viertel des geborgenen Wertes bekommt!

 Der Staat Florida richtet 1986 einen Unterwassertauchpark ein, in dem noch heute mit etwas Glück auch Hobbytaucher versunkene Schätze finden können.

So, und nun zu uns! Warum erzählen wir das alles? 
Also, getaucht haben  wir nicht! Wir sind auch nicht mit Metallsuchgeräten am Strand auf- und abgelaufen und gefunden haben 
                                                                            wir erst recht nichts.
 

Nein, wir sind nur ganz einfach in das kleine Museum gegangen, das an der Stelle, an der die Überlebenden wieder festen Boden unter den Füßen hatten, eingerichtet wurde. Die Geschichte dieser Silberflotte wird in Bildern, einem Film und einigen Ausstellungsstücken sehr interessant erzählt! Und plötzlich  sah für uns dieses unschuldig schöne, blaue Meer ganz anders aus! Voller Respekt blicken wir in die Ferne. Von der Aussichtsplattform aus, die einem Schiff nachempfunden ist, haben wir einen guten Überblick und können uns gut vorstellen, wie das damals gewesen ist.
Falls also jemand eine Reise nach Florida plant, bitte die Tauchbrillen und die Schwimmflossen nicht vergessen! Und einen großen Koffer für die Goldbarren!!!! Es lohnt sich wirklich!

Wir wünschen Euch allen ein schönes Wochenende und sind in alter Frische 
Eure Ute&Harry