Sonntag, 7. Juni 2026

Teil 13, Noch einmal: Fort Laramie

 Noch einmal:   Fort Laramie

In dem Post vom 16. Mai habe ich ja schon einmal von Fort Laramie berichtet!

Aber ich muss unbedingt noch etwas nachtragen!

Schließlich gilt das historische Fort Laramie als das wichtigste Fort nicht nur in Wyoming, sondern im gesamten Westen.

Es war wie eine Lebensader für Auswanderer, beherbergte Truppen und bot Weißen und Ureinwohnern einen strategischen Treffpunkt, um Handel zu treiben und Verträge auszuhandeln!

Fast vier Jahrzehnte lang (im 19. Jahrhundert) dienten die Gebäude auf den Wiesen von Fort Laramie der Versorgung von Auswanderern, die einen Trail von über 400 km durch die endlosen Weiten der Plains hinter sich hatten.
Hier im Fort kamen sie das erste Mal wieder mit der ´Zivilisation` in Kontakt!










Das Fort bot Auswanderern die Möglichkeit, Vorräte zu kaufen, Wagen zu reparieren, frische Ochsen oder Pferde zu bekommen und sich mit anderen Auswanderern auszutauschen.










Bis zum fast 610 km entfernten Fort Bridger gab es keine weitere Möglichkeit, sich mit Proviant einzudecken! Was für eine schreckliche Vorstellung, wenn man die unendlichen Weiten Wyomings gesehen hat!

Übrigens ist Fort Laramie nach dem Fluss benannt, der südlich und östlich daran vorbei fließt. Und dieser Fluss wiederum wurde nach einem französischen Trapper getauft, der Jacques La Ramee hieß und mit Fellen gehandelt hat!

Die Sioux und die Cheyenne kamen zum Fort, um dort Bisonfelle gegen andere Waren wie Tabak, Perlen, Pulver, Blei und Tabak einzutauschen.

Überliefert ist auch die Geschichte von Mabel Wilkins und ihrem                  Wäscherei - Imperium:

Sie kommt aus Irland, ist sechzehn Jahre alt! Die Hungersnot treibt sie rüber nach Amerika! In New York trifft sie Jeremiah, der vom Gold träumt. Die Beiden machen sich auf den Weg in den Westen, das goldene Kalifornien ist ihr Ziel!

Sie heiraten, aber Jeremiah kann absolut kein Gold finden, aber Hemd und Hose stinken nach Schweiß und Dreck! Da  kommt Mable auf die Idee, nicht nur seine, sondern auch die schmutzigen Klamotten der Auswanderer zu waschen! Sie kauft auf Pump mehrere Waschzuber, Seife und Reibeisen, um den Dreck rausschrubben zu können!                      

Ihr Wahl - und Werbespruch ist:

We clean everything but your conscience! 

  (Wir waschen alles, außer dein Gewissen!)

Zunächst wäscht und schrubbt sie allein. Aber bald sind die Finger wund, und sie stellt einige Frauen ein. Schließlich hat sie einige Angestellte und verdient mehr als  Jeremiah mit seiner verflixten Goldsucherei!

 Jeremiah wird losgeschickt. Im ganzen Fort muss er die schmutzigen Sachen einsammeln. Und er muss genau festhalten, wem welche (Unter)Hose und wem welches Hemd gehört und muss die sauberen Sachen dann den glücklichen Besitzern auch wieder zurückbringen!

Ein anderer, gern gesehener Gast im Fort ist Jim Bridger. Er gilt als der fähigste Mountain Man, ist Scout, Trapper, Entdecker und kennt sich in den Rocky Mountains aus wie sonst keiner! Er kann den Trecks helfen, kann Wege beschreiben, kennt Abkürzungen und kann mit den Indianern verhandeln.

Er kann nicht lesen und nicht schreiben, beherrscht aber einige Indianersprachen, Französisch und ein bisschen Deutsch.

Geliebt wird er für seine Geschichten! Er kann von Abenteuern erzählen und vertreibt den Auswanderern die langen, dunklen Abende.




















So gibt es wahrscheinlich noch tausend Geschichten über diese Zeit, über Fort Laramie und die Menschen, die hierher kamen, ihren Träumen folgten und  eigentlich fast immer doch nur auf der Suche nach einem besseren Leben waren!








 

Montag, 1. Juni 2026

Teil 11, Boulder und unser Flug nach Florida

 

 In Boulder und unser Flug nach Florida


Unsere letzte Station ist die 
schöne, kleine Stadt Boulder, 
nordwestlich von Denver
Boulder liegt an den Ausläufern der Rocky Mountains.

Hier gibt es eine berühmte Universität und 
ca. jeder Dritte der 100 000 Einwohner von Boulder ist Student 
oder hat beruflich mit der Uni zu tun!

In der Innenstadt gibt es einen schönen Fußgängerbereich mit interessanten Geschäften und Restaurants.
Viele der alten Geschäftshäuser wurden 
restauriert  und erhalten.  

Hier einige Eindrücke von dieser hübschen, kleinen Stadt.



Die gesamte Fußgängerzone ist mit Stiefmütterchen geschmückt!




Besonders sehenswert ist das alte Hotel Boulderado, 
das renoviert und vor ein paar Jahren neu eröffnet wurde.


In der Lobby des Hotels


Das Dushanbe  -  Teahouse von Boulder

Dazu gibt es wieder eine kleine Geschichte zu erzählen:
Dieses wunderschöne Teahouse ist ein Geschenk von Boulders Partnerstadt Dushanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan. 1987 haben die beiden Städte eine Städtepartnerschaft gegründet, mitten im     Kalten Krieg! Als Zeichen der Freundschaft wollte Dushanbe der Stadt Boulder ein traditionelles tadschikisches Teehaus schenken!
Über 40 Handwerker in Dushanbe haben von 1987 bis 1990 daran gearbeitet. Alles ist komplett handgeschnitzt und handbemalt: Decken, Säulen, Tische, Keramikfliesen. Kein Nagel wurde verwendet, nur traditionelle Holzverbindungen.
Dann wurde alles in ca. 450 Kisten verpackt und nach Boulder geschickt! Die Kisten kamen 1990 in Boulder an. Problem: Es gab keinen Bauplan. Und durch den Zerfall der Sowjetunion 1991 brach der Kontakt nach Dushanbe ab. Die Kisten standen jahrelang in Lagerhallen. Niemand wusste, wie man das Ding aufbaut.
Erst 1998 gründete sich die Initiative                                            ´Friends of the DushanbeTeahouse`. Sie sammelten Geld, holten tadschikische Handwerker zurück nach Boulder und bauten das Teahouse im Central Park auf! Ende des Jahres wurde es endlich eröffnet. 
Wir trinken dort eine Goldene Milch! Sie besteht aus Milch, Kurkuma, Ingwer, schwarzem Pfeffer, Zimt und einem guten Löffel Honig und danach fühlen wir uns wirklich viel stärker und total gesund!💪  💪


Der wunderschöne Rosengarten vor dem Teehaus!

Mit diesen schönen Eindrücken  im Herzen 
verabschieden wir uns von Denver.

Der Flughafen von Denver ist in gut einer halben Stunde erreicht.
Das Abgeben des Autos geht  - wie immer -
ruck zuck und unproblematisch!


Auch der Flug nach Tampa ist ruhig und entspannt. Und wir haben sogar jeder eine Dreierreihe für uns und können ein bisschen schlafen!

Mitten in der Nacht sind wir in Tampa, folgen den Schildern zum        Car Rental und siehe da, keiner da!
Du musst an so einen Skip - Counter, d.h. du brauchst nicht an den Schalter. Da ist ja auch niemand! 
Mutig geben wir alle unsere Daten ein und schon kommt ein Beleg, mit dem wir zu den Autos gehen können. Und dort ist doch tatsächlich ein leibhaftiger Mensch, der uns noch ein paar wichtige Informationen gibt!


Und schon können wir reinspringen in einen weißen Chevrolet Trax und Richtung Süden nach Anna Maria Island brausen!








                





Mittwoch, 27. Mai 2026

Teil 10, Die Bisons vom Yellowstone

 Die Bisons vom Yellowstone

















In aller Ruhe grasen die Bisons direkt neben uns! Gut, dass dieses riesige Tier heute offenbar gute Laune hat! Diese Jungs sind nämlich gut zwei Meter hoch und haben 900 Kilo Lebendgewicht! Eigentlich sehen sie ein bisschen verschlafen und ungekämmt aus! Aber das täuscht! Die können bis zu 55 km/h sprinten! Weglaufen hat also wenig Sinn.












Diesen Text habe ich aus einer Yellowstone - Broschüre übernommen:

Seit rund einem Jahrhundert bewegen sich die Bisons in Yellowstone wieder in einer Größe und Geschlossenheit, die an vergangene Zeiten erinnert.

Was heute wie ein kraftvolles Naturbild wirkt, stand einst kurz davor, für immer zu verschwinden. Anfang des 20. Jahrhunderts waren von diesen Tieren nur noch wenige übrig. Keine gewaltigen Herden mehr, sondern nur kleine Reste, die sich mühsam im Park hielten.

Dass sich dieses Bild heute verändert hat, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis von Schutz, Geduld und vielen Jahren, in denen man der Natur endlich Raum gegeben hat, sich selbst zu erholen. Über Generationen hinweg konnten sich die Bestände langsam wieder aufbauen.

Jetzt beginnen sich einst getrennte Gruppen wieder zu vermischen. Ihre Wanderungen passen sich zunehmend aneinander an, und alte Bewegungsmuster kehren zurück - fast so, als hätte die Landschaft die Tiere daran erinnert!

Wenn Bisons in dieser Zahl gemeinsam ziehen, verändern sie nicht nur das Bild des Parks. Sie prägen Wege, beeinflussen Pflanzen und setzen Prozesse in Gang, die ganze Lebensräume mitprägen.

So sieht echte Erholung aus: nicht laut, nicht plötzlich, sondern langsam, stark und unaufhaltsam, sobald sie einmal begonnen hat!


Natürlich freuen wir uns als Besucher des Parks sehr, dass wir diese herrlichen Tiere mal so aus der Nähe beobachten dürfen!
Auch wenn sie manchmal die Verkehrsregeln missachten und meinen, wer von links kommt hat Vorfahrt!



Dienstag, 26. Mai 2026

Teil 9, Der Yellowstone Park

 Auf unserer TO - DO - LISTE  stand der Yellowstone Park schon lange ganz weit oben!











Aber irgendwie passte dieser Nationalpark immer wieder nicht in unsere Reiseplanung!    Da er ja sehr weit nördlich und teilweise sehr hoch liegt (bis zu 3100 m), sind die Zufahrten und Wege im Park bis in den späten Frühling hinein verschneit und für Besucher unpassierbar!

Erst am 1. Mai dieses Jahres wurde das Ost - Tor für die aus Cody kommenden Touristen geöffnet! Und da stehen wir nun glücklich am 23. Mai 2026 !                                             Wir haben das Hauptziel unserer Reise erreicht!










                                                Und schon eröffnen sich die herrlichsten Ausblicke:

Wasserfälle rauschen die Felsen herunter und bringen den                                                   geschmolzenen Schnee in die Täler.


Yellowstone wird auch die Mutter aller Nationalparks genannt. 
Denn Yellowstone ist der älteste der US - Nationalparks.                                                                    
 Das unzugängliche Gebiet im Nordwesten von Wyoming wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erforscht. Vorher lebten hier nur die hier ansässigen Shoshonen, einzelne Trapper, Pelzhändler und Goldsucher.
Erst drei aufwändige Expeditionen zwischen 1869 und 1871 brachten erstmals belegbare Informationen, Bilder und Fotos!
Und so kam es, dass bereits im März1872  der damalige US - Präsident S. Grant ein Gesetz zum Schutz des Yellowstone Gebietes erließ.








Ich weiß nicht, ob man auf dem Foto so richtig erkennen kann,                                           dass der gesamte Berg qualmt?!

Bereits vor Millionen von Jahren bildeten sich die ersten  Sinterterrassen im Norden des Parks. Die zahlreichen heißen Quellen fördern nicht nur 70 Grad heißes Wasser an die Oberfläche, sondern auch Mineralien und Kalk.

Die nette Rangerin gibt viele Informationen! Sie ist total begeistert von der Schönheit des Yellowstone Parks!! Und gibt ihre Begeisterung gern an die vielen Besucher weiter!!!

Aber man kann ja sagen, was man will! 
Die größte Attraktion ist doch der gute Old Faithful! 
Er ist der berühmteste Geysir! Er veranstaltet seine Show regelmäßig alle                           90 bis 92 Minuten! Das Wasser, das dabei austritt, ist fast 100 Grad heiß!


















Ein tolles Schauspiel! Old Faithful hat uns mächtig beeindruckt!!
Erst schickt er  einige kleine Fontänen, dann ist Ruhe und dann schießt er die Fontäne bis zu fünfzig Meter hoch!






Gleich in Sichtweite von Old Faithful befindet sich ein unglaubliches Hotel!
Das Old Faithful Inn!
Es wurde nur aus Holzstämmen gebaut und  die große Eingangshalle  bietet wirklich einen unglaublichen Anblick!




Wir verbringen zwei ganze Tage im Yellowstone Park und wollen auf jeden Fall bald wiederkommen und noch viele so wunderschöne Entdeckungen machen!



Sonntag, 24. Mai 2026

Teil 8, Buffalo Bill und die kleinen Stadt CODY

 Die kleine Stadt Cody und der Wilde Westen


Um nach CODY zu kommen, müssen wir die Big Horn - Mountains überqueren! Es geht hoch hinaus! Fast 3000 m hoch sind die Big Horns!                                                            Das Thermometer zeigt nur noch 2 Grad!                                                                              Und tatsächlich liegt hier oben noch Schnee! 

In der Höhe von weit über 2000 m und bei ca. 2 Grad und heftigem Wind sind wir froh, dass unser Auto eine richtig gute Sitzheizung hat!
























Uns begegnen sogar Elche, die so ganz in Ruhe ihren Weg durch den Schnee stapfen.


















          

Schließlich erreichen wir Cody! Ein etwas seltsamer Name für eine Stadt, oder?!

Hier die Erklärung: Die Stadt Cody wurde mitgegründet von William Frederic Cody - uns besser bekannt als Buffalo Bill. 

Buffalo Bill wuchs in Kansas auf  und war ein richtiger Tausendsassa. 
Als Halbweise unterstützte er seine Mutter und Geschwister, war zeitweise Vaterersatz. Er arbeitete als Zugführer, Pony - Express - Reiter, als Kutscher. 
Er war ein sehr guter Schütze und erfolgreicher Bisonjäger! Während der Jahre 1867 und 1868 versorgte er die Arbeiter der Kansas - Pacific - Railroad mit Bisonfleisch, verdiente sehr gut daran und erhielt damals den Spitznamen Buffalo Bill.




















                                                                               

Buffalo Bill hatte sich zeitweise verschiedenen Künstlergruppen angeschlossen. 
1883  aber gründete er seine eigene Wildwest - Show mit einem                                     riesigen Aufgebot  an Menschen und Tieren. 
Cody gelang es später sogar, berühmte Häuptlinge wie Sitting Bull als                  Mitwirkende zu gewinnen.































Buffalo Bill als junger Mann

Diese Kutschen gehörten zu der großen Show! Sie fuhren sechsspännig und wurden zur großen Freude der Zuschauer überfallen und ausgeraubt!

Es erschienen schließlich Geschichten in  Zeitungen und Leseheften über den                sagenhaften Buffalo Bill!
Diese Geschichten trugen dann ganz wesentlich zum Mythos  ´Wilder Westen` bei!