Mittwoch, 2. November 2016


Teil 6



 
 







Ich muss euch erzählen von Big Bear! Big Bear ist nämlich mein Freund!  
Er begrüßt uns - und ganz besonders mich - ganz herzlich in seinem Museum.
Sein Museum ist das  Cherokee Museum in Cherokee, der Hauptstadt der Reservation am Fuße der Great Smoky Mountains.
Er arbeitet dort und freut sich, dass wir ganz aus Germany kommen, um sein Museum zu besuchen. Und dann erzählt er uns von der Geschichte seines Stammes.


Diese große Holzstatue steht vor dem Museum von Big Bear




Mit seiner tiefen Stimme beginnt Big Bear die traurige Geschichte seiner Vorfahren zu erzählen:
Für einen wichtigen Anlass gekleidet
"Hier in dieser Region, in diesen wundervollen Bergen und Tälern haben sie gelebt! Es gab genug wilde Tiere, Beeren und Wurzeln . Auch wurde Mais angebaut, und die Frauen waren berühmt für ihre leckeren Maiskuchen. Kinder wurden früh in das Leben der Erwachsenen einbezogen und mussten wichtige Aufgaben übernehmen. "




"Auch ich" , so erzählt Big Bear und guckt mich verträumt an, "durfte hier in den weiten Wäldern der Reservation noch mit meinem Vater jagen gehen, denn das Recht haben die Indianer heute noch."

Oh, wie gern würde ich da mal mitgehen! Ob die immer noch mit Pfeil  und Bogen jagen?
Aber ich will lieber nicht dazwischenquatschen, damit er ja nicht aufhört zu erzählen!!
Naja, und dann kommt auch schon der traurige Teil der Geschichte:

 
"Als vor 300 Jahren  immer mehr Siedler kamen,  nahmen sie uns so nach und nach unser Land weg. Da halfen auch keine Verträge, kein Pakt mit den Engländern und kein Pakt mit den Franzosen. Jeder abgeschlossene Vertrag wurde von den Weißen gebrochen."


 "Diese drei wichtigen Anführer der Cherokee reisten sogar nach England, um mit dem englischen König zu verhandeln.
Ihnen wurden große Gebiete und Schutz zugesprochen, und sie 
hofften, endlich Frieden und Sicherheit für ihren Stamm erreichen zu können. 
Doch schließlich kam es doch wieder anders. Die amerikanischen Staaten wollten nicht länger eine Kolonie Englands, sondern unabhängig sein! Also galten die Verträge mit England nicht mehr und nix war es mit Frieden und Sicherheit! 





Im Gegenteil - immer mehr Fremde kamen und als in den Mountains auch noch Gold gefunden wurde, war es ganz aus für die Indianer und ihren Lebensraum in den Smokys.
Im Jahre 1830 wurden die Cherokee dann sogar mit Hilfe des Militärs vertrieben.Sie wurden "umgesiedelt". Sie mussten sich auf einen langen Marsch nach Oklahoma begeben, der ein wahrer Trauermarsch wurde und heute als "Trail of Tears" als "Weg der Tränen" bezeichnet wird.
Schilder am Straßenrand erinnern an den traurigen Marsch
Nur etwa die Hälfte der Menschen, die sich auf den Weg gemacht hatten, kam in Oklahoma an. Die anderen starben an Hunger und Kälte und Krankheiten."


Ja, all das erzählt uns mein neuer Freund Big Bear und sagt auch, dass sich sein Volk bis heute nicht von den damaligen Ereignissen erholt hat. 
Ca. 900 000 Cherokee oder Cherokee - Stämmige leben heute in den USA, und sie sind damit die größte indianische Volksgruppe in Nordamerika.
Und dann lächelt er doch endlich wieder und verrät uns:
"Wusstet Ihr, dass zum Beispiel Johnny Depp, Kevin Costner, Chuck Norris und Burt Reynolds von Cherokee abstammen? Und auch Elvis Presley, Cher und Jimmy Hendrix hatten indianische Vorfahren!!"

Wow,  nein, das haben wir nicht gewusst, und uns wird wieder mal klar, dass wir so vieles nicht wissen!
Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem warmherzigen Big Bear und müssen ihm versprechen, ihn und sein Museum bei unserer nächsten Tour durch die USA wieder zu besuchen.





 
 
 

Samstag, 29. Oktober 2016

Teil 5 Bruno back on the Road


                                                                             Teil 5

                                          So sieht unsere bisherige Route aus









Ähnliches Foto

So, nun muss ich mich endlich mal wieder zu Wort melden!
Ganz brav habe ich hinten im Auto gesessen und
meine Bärenschnute gehalten! Aber jetzt wurde ich von vielen Herumfahren schon ganz kribbelig! 
Wir sind nämlich - believe it or not - schon bis zu den Great Smoky Mountains vorgedrungen und können uns gar nicht sattsehen an all der Schönheit!!
Hier ist nämlich mächtig der Herbst ausgebrochen und hat die Blätter bunt gefärbt!






 











 
Und wandern kann man hier!!

Zum Beispiel auf dem  Applachian Trail! Erzählt uns doch Grace, die charmante  Rangerin, dass es fleißige Wanderer gibt, die kommen ganz aus Florida hier vorbei - mit Blasen an den Füßen, dass einem das Herz im Leibe zerspringt. Und einen fetten Rucksack tragen sie auf den Schultern! Und sie machen hier nicht etwa schlapp und steigen in ein bequemes Auto und fahren nach Hause!!
 Ne,ne, sie wandern weiter bis nach fast Kanada! Das muss man erst mal bringen!!
Da sitze ich doch lieber in der Sonne und freue mich über mein ziemlich bequemes Bärenleben.

Es  ist wirklich schön hier und schnell sind die langen Stunden im Auto vergessen! 
Die Smokys - wie wir insider cool sagen - heißen Smokys, weil es aussieht als würde immer smoke über den Baumwipfeln hängen. Ist aber kein smoke, ist Nebel. Hier in den Bergen regnet es nämlich ziemlich viel und wo soll der Regen dann auch hin, fragt sich der werte Besucher! Ein Teil stürzt sich ja per Wasserfall ins Tal und ein anderer Teil schwebt eben über die Berge wieder davon. Ist ja irgendwie auch ganz logisch, oder?



                          Dieser Wanderer ist auch ziemlich fleißig! 

           Aber da ist noch gewaltig Luft nach oben!!

 



 

 

 

 


Mittwoch, 26. Oktober 2016

Teil 4 Savanna, die Schöne




                                                   Teil 4


   Savannah, die Schöne am Savannah River






Wenn es denn möglich ist, sich in eine Stadt zu verlieben, dann kann es eigentlich nur Savannah sein! So lieblich und liebevoll sind hier die Häuser und Gärten hergerichtet, dass einem ganz warm wird ums Herz!

Der Stadtplan zeigt die geraden Straßen, durch die vom Fluss herauf immer ein kühlender Wind streicht! Auch die kleinen Parks sorgen für Abkühlung an heißen Sommertagen.

Und deshalb machen wir etwas, was wir eigentlich nie machen - wir machen eine Stadtrundfahrt! Aber nicht, weil wir zu faul zum Laufen sind! Das müssen wir unbedingt betonen.
Nein, wir haben Angst etwas zu verpassen! Schon in den ersten beiden Straßen, die wir durchwandern, gibt es so viel zu sehen und zu bewundern, dass wir umkehren und uns doch in einen der alten Stadtbusse setzen und uns kreuz und quer durch die schnurgeraden Straßen fahren lassen. Wir sind gerade gestartet, da steigt diese junge Lady dazu und nimmt uns mit auf eine kleine Reise in die Vergangenheit!
Ach - und da fängt sie doch gleich an, mit uns über die Nachbarschaft  zu schludern. Und sie macht  sich dabei über ihre Herrschaft lustig, über die vornehmen Damen, die weiße Handschuhe tragen, obwohl es so heiß ist.......
 Sie erzählt von den vielen squares, den kleinen Parks mit den großen, alten Bäumen und den Springbrunnen! "Da kann  man sich abkühlen, aber auch heimlich einen Verehrer treffen!" sagt sie und zwinkert mit ihren großen Augen.




Dann stemmt sie die Hände in die Hüfte und beginnt lauthals zu schimpfen: "Kochen muss ich im Park, weil die Herrschaften Angst um ihr Haus haben.Wo ich doch immer so vorsichtig bin und gut mit Feuer umgehen kann.


Und wisst Ihr, was das  Schlimmste ist?! So eine Ungerechtigkeit!!
Jede weiße Siedlerfamilie kriegt hier ein großes Stück Land und kann sich ein Haus bauen. Und hinterm Fluss gibt´s sogar ganze Felder für fast geschenkt - so eine Gemeinheit! Und wir? Wir dürfen nur putzen und kochen und wieder putzen und kochen und die ganze Arbeit machen!
Die verdienen sich doch dumm und dämlich mit der blöden Baumwolle und je mehr sie verdienen, desto hochnäsiger werden sie! Jawohl!"

So schimpft sie vor sich hin, und wir bekommen ein Gefühl dafür, wie es hier noch vor ca. 150 Jahren zugegangen ist.

Weiter erzählt sie:
Während des Bürgerkrieges wurde Savannah nicht zerstört, da sich die Bewohner ergeben hatten, um ihre Stadt zu retten.
Als die Baumwolle dann nicht mehr so viel Geld einbrachte, zogen viele Bewohner in den Norden, wo es mehr Arbeit gab.
 Die alten Holzhäuser begannen zu zerfallen, sollten schließlich moderneren Gebäuden Platz machen.
Aber, etwas ganz Tolles geschah: Sieben Damen der höheren Gesellschaft beschlossen, das kostbare Erbe der Stadt zu retten. Sie gründeten 1955 die Historic Savannah Foundation, verhinderten fortan den Abriss  und setzten sich für die Renovierung der heruntergekommenen Häuser ein! 
Und genau darüber freuen wir uns heute sehr und bewundern diese herrlichen Häuser in dieser herrlichen, kleinen Stadt!
Um ja keinen Sonnenstrahl an die vornehm-weiße Haut zu bekommen, trugen die feinen Damen Sonnenschirmchen aus kostbarer Spitze
 Als unsere Tour zuende ist, ist die kleine Lady ganz erschöpft vom vielen Schimpfen und Klagen, und wir sind ein wenig schlauer geworden und können uns das Leben in dieser Stadt vor 150 Jahren nun ganz gut vorstellen! 
Aber, es ist - gone by the wind!


Diese Häuser muss man doch einfach gern haben, oder?





Sonntag, 23. Oktober 2016

Teil 3 Es gibt uns noch


                                                  Teil 3
Nach unserem Abenteuer und unserer Landung auf Neufundland 
melden wir uns jetzt gesund und munter zurück!(siehe Teil 2)



Hier der Beweis, dass es uns noch gibt und dass es uns gut geht!!
Von Orlando aus sind wir auf unserem Weg nach Savanna gleich nördlich an die Küste gefahren.
Hier hat noch vor ca. 2 Wochen der Hurricane Matthew sein Unwesen getrieben! Deshalb ist das Wasser immer noch total aufgewühlt und bräunlich und reicht immer noch bis an die Treppen heran, die sonst an den beschaulichen Strand führen.

Die Häuser, die direkt am Meer liegen, hat es natürlich am schlimmsten getroffen!
Es gehört wohl eine ganze Menge Geschick dazu, sie  zu retten und weiterhin bewohnbar zu machen.

Unterwegs haben wir in vielen Orten gesehen, dass die Besitzer der betroffenen Häuser und Gärten inzwischen aufgeräumt und Ordnung geschaffen haben. An den Straßen türmen sich vielerorts  Bretter und abgerissenen Treppen, zerstörte Möbel und zusammengetragener Unrat. Äste und rausgerissenen Bäume sind kleingesägt und liegen zur Abholung bereit!





Und nun der Kontrast!!!

Etwas weiter nördlich ist man von diesen schlimmen Zerstörungen verschont geblieben. Auf  Jekyll  Island, nur 20 km entfernt, ist die Welt noch in Ordnung! Hier verbrachten in den 1888er Jahren die reichsten Familien der Welt  die Ferien miteinander. Man ließ sich prächtige Villen bauen, die bescheiden "Cottages" genannt wurden. Die Rockefellers, die Goodyears, die Pulitzers, die Vanderbilts u.a.besaßen damals ein Sechstel des gesamten Weltvermögens und Jekyll Island wurde nur die "Milionärsinsel" genannt. Später, nach der Weltwirtschaftskrise, wurde die Insel an den Staat verkauft und ist heute eine beliebte Ferieninsel, auf der die inzwischen restaurierten Villen wie ein nettes, gepflegtes Dorf wirken.

Das Cottage der Vanderbilts










In dieses Cottage zogen sich die Rockefellers zurück
Das bescheidene Clubhaus wurde zu einem Hotel, in dem heute häufig Hochzeiten und große Festlichkeiten stattfinden


In der Kirche von Jekyll Island kann man noch die herrlichen Fenster bestaunen, die in den Werkstätten von Charles Tiffany geschaffen wurden.


Überall auf der Insel gibt es noch die alten Eichen. mit dem spanischen Moos,die so typisch für die Südstaaten sind! Das Moos lebt nur von der Luftfeuchtigkeit! In trockenen Zeiten sieht es aus wie vertrocknete alte Bärte! Wenn es viel regnet und die Luft heiß und feucht ist, wird es grün und frisch!

Die Millionäre früherer Zeiten wussten, warum sie Jekyll Island, eine Insel im Südosten der Staaten, als Winterquartier wählten.
Viele Orstansässige spielen hier das ganze Jahr hindurch Krocket. Und dies vor einer großartigen Kulisse, auf dem Rasen des Jekyll Island Club Hotels. In dem ehemaligen Clubhaus und heutigem Hotel kann man an jeder Ecke nachvollziehen, wie stilvoll William Rockefeller, Josep Pulitzer, J.P. Morganund William K. Vanderbilt ihre Freizeit verbrachten und wie sie es sich dabei gehen ließen. 1888 wurde der "Jekyll Island Millionaires Club"
gegründet. Eine hervorragende Idee des schwierigen Problems, völlige Abgeschiedenheit und die angenehme Gemeinschaft Gleichgesinnter an ein und dem selben Ort zu finden. Man verband eine gewisse Exzentrik mit britischem Understatement. Die Villen, die die reichsten der Clubmitglieder für ihre Familien bauen ließen, wurden "Cottages" genannt, und die Gesellschaften im Grand Dining Room, der heute wieder in aller Pracht glänzt,
waren weniger rauschende Feste als distinguierte Dinners. Das ehemalige Clubgelände liegt im Südosten der noch immer
weitgehend unbebauten Insel, direkt am Pier, an dem die "obere Schicht" ankam. Entweder entstiegen sie dem Fährboot, mit dem sie in Brunswick abgeholt wurden. oder sie kamen mit der eigenen Yacht.Besonders gut gefällt uns der Norden dieser kleinen paradiesischen Insel!
Am Driftwoodbeach werden immer wieder Baumwurzeln und abgestorbene Bäume angetrieben. Dort hat sich eine bizarre unwirkliche Lagune gebildet!